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Innovationspreis 2001

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Reutlingen, den 10.11.2001

Der Ritterschlag für unser Trinkwasser

Pliezhausener Firma findet Technik zur Hygienisierung von Wassersystemen - Innovationspreis der Kreissparkasse vergeben
Von Jens Boysen

Reutlingen. (GEA) Das hört sich nach James Bond an - wenn man nicht gar den makabren Vergleich mit authentischen Ängsten der Gegenwart bemühen will. Die Pliezhausener Firma Legio-Garant Rainer Kaifel hat eine Technik gegen die Legionärskrankheit, eine Ansteckungskrankheit aus verseuchtem Trinkwasser entwickelt. Eine Waffe gegen Schlimmeres? Jedenfalls ein Beweis für die Innovationskraft des Handwerks: Gestern Abend wurde die progressive Erfinderfirma mit dem 2. Preis der »Stiftung der Kreissparkasse Reutlingen zur Förderung innovativer Leistungen im Handwerk« ausgezeichnet. Anlass für eine große Kulisse.

Über 500 geladene Gäste aus allen Bereichen des öffentlichen Lebens erlebten teils schon zum 14. Mal den mit Umsicht gestalteten Festakt in der Kundenhalle der Kreissparkasse am Reutlinger Marktplatz. Er ist, auch vor dem Hintergrund des alltäglichen Konjunkturdebakels in Politik und Medien, das gerade jetzt wieder akut wird, eine Verbeugung der Gesellschaft vor dem »ehrbaren«, manche finden auch »goldenen« Handwerk und seiner bis heute unverbrauchten Erfindungsgabe.

Hierauf vor allem gingen auch Eugen Schäufele, Chef der Kreissparkasse Reutlingen, sein »Vize« im Stiftungsvorstand, Günther Hecht, und Dr. Horst Mehrländer, Staatssekretär im Baden-württembergischen Wirtschaftsministerium vor dem Auszeichnungsdefilee der prämierten Handwerker ein.

Das Handwerk, 120 000 Betriebe mit über 800 000 Beschäftigten und einer Jahresbilanz 130 Milliarden Mark sei der Motor der Wirtschaft im innovativsten und exportstärksten Flächenstaat der Bundesrepublik. Das Land der Tüftler und Erfinder wisse, »was wir am Handwerk haben«, sagte Mehrländer.


Die Auszeichnungen:

Den mit 10 000 Mark dotierten 1. Preis sicherte sich die Münsinger Firma Mewesta-Hydraulik für einen "Hydraulischen Druckübersetzer mit freier Durchströmung", eine Erfindung, deren innovative Bedeutung sich weitgehend vor allem fachlichen Insidern, weniger dem Laienverstand erschließt, aber den Praxistest schon längst bestanden hat.

Der 2. Preis (5 000 Mark), wie angedeutet, ging an Rainer Kaifel und sein Leitungssanierungssystem für Trinkwasser. Damit wollen die Erfinder den so genannten Legionellen ans Leder, tückischen krankheitserregern im Trinkwasser, die sich jedoch nur im "Wasserstaub" in der Atemluft und damit vor allem im Umfeld von großen Verdunstungssystemen von Kühl- und Klimaanlagen entwickeln. Entdeckt wurden die tödlichen Schmarotzer nur durch Zufall, tatsächlich bei einem Veteranentreffen von Legionären, die nach einem nächtlichen Gelage beim Duschen im Hotel mit den Symptomen einer angeblichen Lungenkrankheit plötzlich tot umfielen. Reihenweise. Der Wasserdampf der Dusche war Schuld.

Der 3. Preis (2 500 Mark) ging an den Kraftfahrzeugbetrieb Roland Arnold in Aichelau, der eine "individuell hydraulich einstell- und nachstellbare Betriebsbremsanlage" erfunden hat. Der Sonderpreis Junges Handwerk (5 000 Mark) ging an Bernd Fromm in Pliezhausen für eine selbst entwickelte "Abläng-Schere", ein noch mit 1 000 Mark dotierter Sonderpreis wurde an Matthias Beck aus Dettingen verliehen. Er hatte ein "Hohes Horn mit verbesserten klanglichen Möglichkeiten" gebaut, das der prominent besetzten Stiftungs-Jury wegen seiner ungewöhnlichen handwerklichen und musikalischen Professionalität eine besondere Auszeichnung wert schien. Alle Arbeiten sind von heute an bis zum 23. November in der Kundenhalle der Kreissparkasse zu sehen - und zu begutachten.

 

Innovationspreis 2001